Dass Las Vegas ein heißes Pflaster ist, dürfte bekannt sein. Für viele Triathleten galt das in diesem Jahr ganz besonders. Sie stellten sich in der Wüste Nevadas dem Kampf um die Altersklassen-Weltmeistertitel auf der Mitteldistanz (“Ironman 70.3″). Mit Maria Hivner vom SC Königsbrunn hatte sich auch eine Athletin aus Augsburg für diese Titelkämpfe qualifiziert. Und die waren in der Tat kein Kinderspiel, Wetter und Strecke ließen so manchen Athleten fluchen.
Bei den Ironman 70.3 Weltmeisterschaften gehen keine Nationalmannschaften an den Start, sondern jeder Athlet ist selbst für Qualifikation, Meldung, Anreise und Organisation verantwortlich. Bei einem Trip in die USA sind damit natürlich eines an Zeitaufwand und Kosten verbunden. Maria freute sich deswegen, dass neben Ihren Vereinen auch ihr Arbeitgeber Prometal RCT GmbH sie kräftig unterstützte. Mit einer guten Leistung wollte sie sich dafür bedanken. Und so ging sie aufgeregt, aber auch voller Vorfreude und bestens vorbereitet an den Start.
Um 8:50 Ortszeit also ging es für ihre Gruppe los, 1,9 km Schwimmen im warmen Lake Las Vegas. Das Schwimmen zählt nicht mehr zu den Stärken von Maria, insofern waren die 36:31 min und der Platz im Mittelfeld eine gute Leistung. Einige “Spezialistinnen” waren deutlich schneller, doch zu den meisten der Triathletinnen behielt sie Kontakt.
Das Radfahren musste Maria dann mit einem Leihrad absolvieren. Der Transport ihrer Zeitfahrmaschine wäre unangemessen teuer gewesen, sodass sie sich entschied vor Ort mit einem “normalen” Rennrad mit Triathlonaufsatz zu fahren. Angesichts der xxx Höhenmeter auf dem Kurs und rund 40°C und der klaren Vorgabe, hier mit den Kräften zu haushalten um noch Energie für den abschließenden Halbmarathonlauf zu haben, war sie mit dem gefahrerenen Schnitt von knapp über 30km/ zufrieden. Weniger glücklich war sie aber über die Entscheidung der Kampfrichter, ihr eine vierminütige Zeitstrafe wegen vermeintlichen Windschattenfahrens aufzubrummen. Sie bergan wohl vor dem Überholen eines männlichen Mitstreiters ein wenig zu Nahe gekommen. So verlor Maria vier Plätze, die sie eigentlich beim Radfahren gewonnen hatte, wieder beim Warten in der Penalty-Box.
Das Laufen war in der Vergangenheit eher das Sorgenkind bei den längeren Distanzen. Dieses Mal aber hatte Maria sich alles richtig eingeteilt und lief wieder auf die Konkurrenz auf und rang die meisten nieder. Auch die Laufstrecke war alles andere als einfach gewählt, es ging immer wieder auf und ab, flache Passagen waren praktisch nicht vorhanden. So schwankte das Tempo denn auch zwischen unter 4:30min/km und über 5:30min/km – trotz gleichmäßigen Laufens. Nach und nach sammelte Maria die Konkurrenz wieder ein, und am Ende lief sie glücklich nach 5:31:58 als 29. ins Ziel. Wie groß die Leistungsdichte war, lässt sich vielleicht daran ermessen, dass die vier Minuten am Ende 6 Plätze gekostet. haben.
Als Gesamt-198 erreichte Maria zudem eine Top-200-Platzierung unter 463 Teilnehmerinnen – ein gelungener Abschluss ihrer bisher besten Saison.